Chronik des historischen Hauses
1764 Friedrich Gerdes, Eigentümer des heutigen Hotel Busch
1815 wurde das Haus bei dem großen Stadtbrand weitgehend zerstört
1816 baute der neue Besitzer Quaden Haus und Nebengebäude wieder auf und betrieb darin eine Bierbrauerei und Gastwirtschaft
1838 kaufte Heinrich Louis Busch das Anwesen, stockte das Haus auf und baute im Obergeschoss einen Saal und die ersten Hotelzimmer
1851 wurde eine Kegelbahn im Garten errichtet
1897 erfolgte die Einrichtung eines Eiskellers, für die Kühlung der Speisen und Getränke
1908 erwarb die Familie Cording das Hotel
1911 erfolgte der Umbau des Saales im Obergeschoss zu Hotelzimmern und der Neubau eines großen Tanzsaales. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde das Hotel zu einem überregional bekannten Haus.
1945 Besetzung des Hauses durch die Engländer bis 1948
1958 übernahm Elisabeth Brandis, Tochter von Hermann Cording das Haus
1987 kaufte die Stadt Westerstede das gesamte Anwesen
1990 gelangte das im klassizistischen Stil unter Denkmalschutz stehende Gebäude in den Besitz der Familie Otten
1993 wurde das Haus nach umfangreicher Sanierung und Restaurierung als Hotel wiedereröffnet. Sehenswert sind die, nach vorhandenen Vorlagen von 1815 erfolgten Schablonenmalereien in den beiden Restaurants, so wie die Sammlung alter Fotos und der Wilhelm Geiler Pokal
1996 erfolgte eine Erweiterung des Hotels auf 14 sehr große komfortable Zimmer in einer Größe von bis zu 29 m²
2000 kamen 2 große Suiten in einer Größe von bis zu 48 m² hinzu
2007 im September erwarb Thomas Pech das Hotel von der Familie Otten
Die Besitzer des Hotel Busch am Markt im Laufe der Jahrhunderte
Das Hotel Busch am Markt zu Westerstede gehört zu den ältesten Gastwirtschaften des Ortes. Schon seit Jahrhunderten wurde in diesem Hause eine Wirtschaft unterhalten, in der insbesondere die sonntäglichen Kirchgänger einkehrten und sich dort auch zu anderweitigen besonderen Gelegenheiten versammelten.
Urkundlich wird das Haus zuerst in den Mannzahlregistern von 1632 und 1657 genannt. Der Besitzer des Hauses war der Köter Friedrich Gerdes, dessen Tochter Gebke Gerdes, die im Jahre 1643 geboren war, am 10. Oktober 1669 den Haussohn Brunke Tye zu Mansie heiratete. Dieser war der Sohn des alteingesessenen Hausmannes Johann Tye zu Mansie im Kirchspiel Westerstede. Brunke Tye wurde als erbberechtigter Schwiegersohn Besitzer der Gastwirtschaft und nannte sich fortan Brunke Gerdes zu Westerstede.
Im Jahr 1679 fielen die Franzosen in die Grafschaft Oldenburg ein. Nach der in diesem Jahre der Bevölkerung aufgelegten Contribution, wo ein jeder Untertan eine 6%ige Vermögensabgabe zu zahlen hatte, wurde der Köter und Gastwirt Brunke Gerdes am Markt ebenfalls herangezogen. Er wurde zur Zahlung einer Contribution über vorhanden 140 Reichstaler baren oder freien Geldes veranlagt. Im Vergleich zu den anderen Eingesessenen des Ortes war Brunker Gerdes nach dem Hausmanne Frerich Wemmje am Pumpenhörn der reichste Mann im Dorfe. Die meisten Einwohner des Ortes hatten kein freies und andere nur sehr wenig Geld in der Truhe. Die genannten 140 Reichstaler präsentierten einen Wert von 15 guten Pferden, und das war zu jener Zeit etwas Seltenes.
Brunke Gerdes starb am 9. November 1702, seine Ehefrau Gebke Gerdes am 3. November 1710.
Der am 20. April 1683 geborene Sohn und Erbe, ebenfalls wie der Vater Brunke Gerdes geheißen, war zweimal verheiratet, und zwar in erster Ehe seit dem 29. Oktober 1711 mit Elisabeth Lübbers, einer Hausmannstochter aus Westerloy, und nach deren Tode in zweiter Ehe mit Anna Kloppenburg, Gerd Kloppenburgs Tochter vom Markt zu Westerstede. Brunke Gerdes hatte drei Söhne. Er verschied am 16. Mai 1761. Seine Frau folgte ihm im Tode am 16. April 1785. Die drei Söhne, die das Erbe hätten antreten können, waren inzwischen schon verstorben, so dass ein männlicher Erbe nicht vorhanden war.
Urkundlich wird bestätigt, dass die Besitzung im Jahre 1796 verkauft wurde an einen Johann Quaden aus Schweinebrügge, der die Bewirtschaftung aber nicht selbst übernahm, sondern Haus und Gastwirtschaft verpachtete. Als Pächter wird genannt der Kaufmann und Wirt Johann Christopher Portmann, dessen Vater ebenfalls am Markt ein Haus sein eigen nannte.
Christopher Portmann war seit 1797 in erster Ehe mit Anna Elisabeth Tye aus Mansie und in zweiter Ehe mit Talke Maria Tye oder Siefken von Seggern verheiratet. Er starb im Jahre 1814, hat also den großen Westersteder Brand vom 15. April 1815 nicht mehr erlebt, bei dem auch die Portmannsche Wirtschaft von Quaden vernichtet worden ist.
Nach dem Brande wurde um 1820 ein imposanter Neubau errichtet, der bis auf den heutigen Tag, und nunmehr schon als ein Stück „Alt Westerstede“, zur Zierde des Marktplatzes erhalten geblieben ist.
Die hinterlassene Witwe des Christopher Portmann heiratete am 2. November den Gastwirt Gottfried Lange aus Bremen, einen Sohn des Kaufmannes und Gastwirtes Johann Hermann Gottried Lange daselbst, der nach dem Seelenregister von 1822 als Gastwirt und Pächter von Quaden aus Schweinebrügge genannt wird. Zu dieser Zeit steht hier im Hause auch ein Friedrich Höfer als „Marquer“ (Kellner) eingetragen. Dieser stammt von Linswege.
Der Gastwirt Lange starb im Jahre 1833 und seine Witwe 1863. Nach Renke Quadden, der als letzter seines Namens bis 1837 als Besitzer der Gastwirtschaft auftritt, folgt im Jahre 1838 der Gastwirt H. L. Busch und auf diesen im Jahre 1887 der Schwiegersohn Johann Hoffmann.
Im Jahre 1908 wurde Hermann Cording Besitzer des Hotels, der dieses in vorbildlicher Weise zu einer weithin anerkannten Gast- und Erholungsstätte ausweitete und betreute. Er verstarb am 6. August 1953. Durch die Tochter Lisa Brandis geborene Cording und den Enkel Uwe Brandis hat das Haus auch als Rastkroog die ererbte Tradition weiterhin bewahrt.
Quelle: Westerstede – damals und heute – Fritz Büsing und Anna Büsing
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